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Guayaquil – das Tor nach Galapagos

Der nächste halt meiner Reise führt mich nach Ecuador, in die Stadt Guayaquil. Mit mehr als drei Millionen Einwohnern im Ballungsraum ist sie die größte Stadt Ecuadors. Sie liegt am Rio Guayas, welcher etwa 60 Kilometer weiter ins Meer mündet. Dadurch wurde Guayaquil zum wichtigsten Hafen Ecuadors.

Guayaquil am Rio Guayas Entlang des Flusses verläuft eine mehrere Kilometer lange Promenade, der Malecón 2000, mit modernen Hotels, unzähligen Restaurants sowie einem Vergnügungspark samt Kino. Hier ist auch eine Endstation der Seilbahn, mit welcher der Fluss überquert werden kann.

Die Promenade von Guayaquil An einem Ende der Promenade liegt das Viertel Las Peñas, der älteste Stadtteil von Guayaquil. Auf dem hier liegenden Hügel Cerro Santa Ana wurde die Stadt ursprünglich gegründet. Am Gipfel gibt es neben einer Kapelle auch einen Leuchtturm. Um dorthin zu gelangen heißt es 444 Stufen zu bewältigen. Die Aussicht von oben ist das aber auf jeden Fall wert.

Die Kapelle am Cerro Santa Ana Am anderen Ende der Promenade liegt der kolonial geprägte Teil der Stadt. Wir die meisten anderen Kolonialstädte auch um Schachbrettmuster angelegt findet man hier imposante bauten wie etwa die Kathedrale.

Die Kathedrale von Guayaquil Vor der Kathedrale befindet sich ein Park mit außergewöhnlichen Bewohnern – eine große Anzahl an Iguanas. Die Echsen Sonnen sich auf Grünflächen und Gehwegen oder ziehen sich in die Baumkronen zurück. Von den menschlichen Besuchern des Parque Seminario lassen sie sich dabei nicht aus der Ruhe bringen.

Iguanas in Guayaquil Im Zentrum der Stadt befindet sich auch die Kunstuniversität, in deren Umkreis trifft man auf Skulpturen und andere Kunstwerke. Generell macht die Stadt hier einen sehr modernen Eindruck.

Die Kunstuniversität Guayaquil ist Ausgangspunkt für die meisten Reisen auf die Galapagos Inseln. Ob via Flugzeug oder Kreuzfahrt, viele Touristen brechen von hier aus zu den zu Ecuador gehörenden Inseln auf. So ist das auch bei mir der Fall – mehr über meinen ersten Tag auf Galapagos erfahrt ihr beim nächsten Mal.








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Höhenkrankheit – was dagegen hilft

Mehrere Wochen habe ich nun im Altiplano von Bolivien und Peru verbracht. Ein ständiger Begleiter zwischen drei und viertausend Höhenmetern ist die Höhenkrankheit. Rund 80 Prozent aller Menschen, die diese Höhen nicht gewohnt sind, klagen über zumindest leichte Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit.
Auslöser für die Höhenkrankheit ist der verringerte Sauerstoffgehalt in der Atemluft. Der Körper steigert Atmung und Herzfrequenz, reicht das jedoch nicht aus kommt es zu den Symptomen. Das passiert vor allem dann häufig, wenn man zu rasch aufsteigt – etwa direkt von Seehöhe nach Cusco oder Uyuni fliegt. Eine Möglichkeit der Höhenkrankheit zu entkommen ist also sich in Etappen in die Höhe zu arbeiten und dem Körper so Zeit zu geben sich Schritt für Schritt zu akklimatisieren.
Ich habe das versucht, in dem ich meinen „Aufstieg“ in Bolivien mit Santa Cruz, Sucre und Potosí in 2000m Etappen unterteilt habe. Die erste Nacht in Potosí war trotzdem hart, neben Kopfschmerzen haben mir auch Schlafstörungen zu schaffen gemacht. Abhilfe hat ein altes Hausmittel geschaffen – die Coca-Blätter.

Coca-Blätter findet man in Bolivien und Peru an vielen Frühstücksbuffets Die Blätter des Coca Strauchs können entweder als Tee oder direkt in ihrer getrockneten Form genutzt werden. Dabei werden nacheinander rund 15 Coca-Blätter kurz gekaut und dann in die Backe geschoben. Der Stiel wird dabei vom Blatt abgezogen. Dort bleiben die Blätter und geben rund 20 Minuten lang ihre ätherischen Inhaltsstoffe ab. Dazu wird gerne etwas Lejía in den Mund gegeben, eine Pflanzenasche, welche die Wirkung der Coca-Blätter verstärkt. Hat man alles richtig gemacht wird die Seite des Mundes, in welcher sich die Coca-Blätter befinden, taub. Sind die Blätter ausgelutscht werden sie einfach ausgespuckt.
Während Coca in Bolivien und Peru sehr weit verbreitet ist, sind die Blätter in den andern Ländern Südamerikas verboten. Der Grund – sie sind der Rohstoff, aus welchem Kokain gewonnen wird.

Viel Wasser oder Tee helfen ebenfalls Ein weiteres Mittel gegen die Höhenkrankheit ist viel zu trinken. Vor allem Wasser und Tees sind angesagt, dem Alkohol sollte man lieber einen Tag lang Lebewohl sagen. Daneben findet man in den hochgelegenen Städten oft Werbung für Tabletten gegen Höhenkrankheit oder kleine Flaschen mit Sauerstoff. Inwieweit diese helfen kann ich nicht beurteilen, da ich sie nicht ausprobiert habe.
Der letzte und auch zuverlässigste Tip gegen die Höhenkrankheit – wieder in eine tiefere Lage absteigen. Gerade bei Wanderungen wird empfohlen, nicht am absolut höchsten Punkt des Tages zu schlafen sondern ein paar hundert Meter tiefer.
Sollte euch die Höhenkrankheit erwischen nicht verzagen, nach ein bis zwei Tagen hat sich der Körper in der Regel akklimatisiert. Wichtig ist nicht noch höher aufzusteigen, da sich ansonsten ein Ödem in Lunge oder Gehirn bilden kann, was lebensbedrohlich ist. Also immer genügend Zeit einplanen wenn es hoch hinaus geht!
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Miraflores – von Katzen und Paragleitern

Lima besteht aus 43 Bezirken, wobei 30 von ihnen zur Kernstadt zählen, während die restlichen 13 in den Vorstädten liegen. Einer der wohlhabendsten dieser Kernbezirke ist Miraflores. Neben internationalen Hotelketten, Privatschulen, Restaurants und Bars findet man auch jede Menge Grünflächen. Dafür muss man auf die koloniale Architektur der Innenstadt verzichten.

Eine Kirche am Parque 7 de Junio Wie die meisten Touristen habe auch ich mir ein Hotel in Miraflores gebucht. Der Weg ins Zentrum und Retour ist von hier aus sehr unkompliziert – der Stadtbus, welcher eine eigene Fahrspur hat, braucht knapp eine halbe Stunde. In den Parks von Miraflores tummeln sich Bewohner, die ich in dieser Anzahl in Südamerika bisher nicht gesehen hab – Katzen.

Überall in den Parks findet man Katzen Während an einem Ende des Parks Kinder mit den Katzen spielen macht auf der anderen Seite eine Frau die Runde, welche die Katzen füttert. Dementsprechend schauen die meisten von ihnen auch gesund aus. Unweit gibt es ein Restaurant welches Palatschinken anbietet – leider ist es bei meinem Besuch geschlossen.

Ein Palatschinken Restaurant Ganz im Süden von Miraflores liegt die Pazifikküste. Diese fällt steil hin zum Strand ab. Dieser besteht nicht aus Sand sondern aus Schotter, kombiniert mit dem rauen Wasser kein guter Ort zum Baden. Ideal jedoch zum Surfen, wie die vielen Sportler im Wasser beweisen.

Ein Pier mit Surfern am Strand Der gesamte Bereich um die Klippen ist eine Aneinanderreihung von Parks. In einem von ihnen starten Paragleiter. Interessant ist, dass der Paragleiter dank der Thermik nicht die Klippen hinab gleitet sondern sofort aufsteigt.

Ein Paragleiter beim Abheben 





Ganz am Ende der Parks finde ich einen Leuchtturm, welcher gerade renoviert wird. Mich hat mein Spaziergang durch Miraflores hungrig gemacht, höchste Zeit fürs Mittagessen. Bei der riesigen Anzahl an unterschiedlichsten Restaurants eine schwierige Entscheidung.
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Lima – die kulinarische Hauptstadt Südamerikas

Nach dem Besuch Machu Picchus ist es für mich an der Zeit dem Altiplano auf Wiedersehen zu sagen und wieder zurück zum Meer zu reisen. Mein nächster Halt ist die peruanische Hauptstadt Lima, wo allerhand Meeresbewohner auf dem Teller landen. Hier findet man einige der besten Restaurants der Welt, weshalb Lima auch als kulinarische Hauptstadt Südamerikas bezeichnet wird.

Ceviche, hier mit Seegras, Mais und Bananen garniert, ist das peruanische Nationalgericht Doch auch abseits der Kulinarik kann sich die Stadt mit ihren 8,5 Millionen Einwohnern sehen lassen. Die Innenstadt ist voll mit prächtigen Kolonialbauten. Ihr Markenzeichen sind die aufwendig verzierten Balkone aus Holz.

Ein Palast am Plaza de Armas Der Plaza de Armas ist umringt von solchen Gebäuden und das kommt nicht von ungefähr. Lima war lange Zeit der Sitz des spanischen Vizekönigs, welcher von hier aus das spanische Vizekönigreich Peru verwaltete. Dieses umfasste zu Beginn alle spanischen Kolonien in Südamerika mit Ausnahme von Venezuela. Dementsprechend prunkvoll sind auch die Gebäude im Zentrum der Stadt.

Ein Eck des Plaza de Armas, links die Kathedrale von Lima Auch wenn die Proteste der letzten Wochen abgeklungen sind, sieht man in der Stadt vielerorts noch ihre Spuren. Oft versperren Absperrgitter den Weg, in anderen Straßen werden Schleusen eingesetzt um die Besucherzahlen zu regulieren. Auch der Sitz der Regierung am Plaza de Armas ist abgesperrt.

Der Sitz der peruanischen Regierung Über dem Plaza de Armas kreisen eine Menge großer Vögel. Rabengeier werden eingesetzt um illegale Müllablagerungen aufzuspüren.

Geier über Lima Durch Lima fließt der Rio Rímac, was in der Quechua Sprache so viel wie Sprecher bedeutet. Dieser Fluß dürfte auch der Namensgeber für die Stadt gewesen sein, man vermutet das sich Lima durch die falsche Aussprache von Rímac abgeleitet hat. Auf den andern Seite des Rímac findet man den Cerro San Cristóbal, den Hausberg von Lima. An dessen Flanke schmiegen sich eine Menge bunter Häuser.

Cerro San Cristóbal Insgesamt wirkt die Innenstadt von Lima wie ein großes Open Air Museum, voll mit wunderschönen kolonialen Bauwerken. Doch auch andere Bereiche der Stadt können sich sehen lassen, so etwa der Stadtteil Miraflores. Was es dort so alles gibt erzähle ich euch im nächsten Beitrag.









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Machu Picchu – die vergessene Stadt

Während viele Inka Bauwerke von den spanischen Eroberern zerstört oder umgestaltet wurden, findet man in Machu Picchu eine gut erhaltene Ruinenstadt vor. Dank ihrer unzugänglichen Lage blieb sie von den Spaniern verborgen und wurde offiziell erst im Jahr 1911 wiederentdeckt – auch wenn es Aufzeichnungen gibt, die Belegen dass die Stadt bereits zuvor bekannt war.

Wer möchte kann sich den Besuch in Machu Picchu im Reisepass verewigen lassen. Von Aguas Calientes aus gibt es zwei Optionen um zur Stadt zu kommen. Wer es sportlich mag kann die rund 400 Höhenmeter zu Fuß zurück legen – entweder über steile Treppen oder eine rund 8 Kilometer lange Serpentinenstraße. Dort trifft man auch auf die zweite Möglichkeit um auf den Berg zu kommen, die Shuttlebusse. Diese fahren ab 05:30 Uhr in Aguas Calientes ab und erreichen die Ruinenstadt in rund 20 Minuten. Eine beliebte Variante, für die auch ich mich entschieden habe, ist hinauf mit dem Bus, hinab zu Fuß.

Blick ins Tal auf halbem Weg Vor den Toren der Stadt bieten Tourguides ihre Dienste an. Wer möchte kann einen der vier Rundwege durch die Stadt auch alleine besuchen, wer mehr über die Stadt erfahren möchte sollte aber eine Führung machen. Neben privaten Touren kann man auch eine Tour in einer Kleingruppe absolvieren – dann muss man aber warten bis der Tourguide weitere Touristen dafür gefunden hat.

Der Eingang von Machu Picchu Ich war um kurz vor 06:00 Uhr am Eingang und musste knapp eine Stunde warten bis unsere Gruppe von 6 Personen voll war. Nachdem der Morgennebel sich hartnäckig hielt kein großes Problem. Wir entschieden uns für den umfangreichsten der vier Rundwege, dessen erste Station bereits ein absolutes Highlight war. Zuerst geht es über einige Stiegen hinauf in den Teil von Machu Picchu, der landwirtschaftlich genutzt wurde. Von dort bietet sich ein atemberaubender Blick über fast die ganze Stadt.

Machu Picchu, im Hintergrund sieht man den Berg Huayna Picchu Wir hatten dabei Glück einen relativ wolkenfreien Blick zu erhaschen, bereits wenige Minuten später war die Stadt in weiß gehüllt. Von diesem Aussichtspunkt führte die Tour die Terrassen der Stadt hinab. Einfache Steinbauten, welche als Häuser dienten, wechseln sich dabei mit perfekt verarbeiteten Mauern ab, wie sie auch in den Überresten der Tempel von Cusco zu sehen sind.

Die Terrassen von Machu Picchu Archiologen zufolge war die Stadt von Adeligen und Priestern, sowie deren Bediensteten bewohnt. Der Bau von Machu Picchu begann um das Jahr 1450, nur rund 100 Jahre später wurde die Stadt aufgegeben. Als Grund dafür wird ein Bürgerkrieg unter den Inka sowie die Ankunft der spanischen Konquistadoren vermutet.

Blick ins Tal von der Rückseite der Stadt Dabei befand sich die Stadt zu diesem Zeitpunkt noch im Wachstum. An einigen Stellen türmen sich die Steine, welche als Baustoff verwendet wurden. Glücklicherweise für die Inka war der Berg übersäht mit Steinblöcken.

Diese Steine dienten als Baumaterial Zu den wichtigsten Gebäuden, neben den Tempeln, zählten ausgefuchste Konstruktionen zum Ermitteln des Tages. Diese Information war sowohl für die Aussaat und Ernte als auch für religiöse Rituale wichtig. Neben einigen Orten, welche den Kalender auf Basis der Sonne bestimmten gab es auch eine Stelle, an welcher die Sterne als Referenz verwendet wurden.

Mit diesen Wasserspiegeln wurden die Sterne beobachtet Am hinteren Ende der Stadt befand sich schließlich ein Platz, dessen Akustik perfekt auf Ansprachen vom Haupttempel ausgerichtet war. Die Wasserversorgung erfolgte über ein ausgeklügeltes Kanalsystem, welches auch heute noch funktioniert. Anders als zur Zeit der Inka wurde eine Gruppe Llamas angesiedelt – ein beliebtes Fotomotiv für die Touristen.

Llamas halten das Gras auf den Terassen kurz Nach rund zweieinhalb Stunden endet unsere Tour dort wo sie begonnen hat. Unsere Gruppe entschließt sich noch einen Kaffee zu trinken bevor es gemeinsam zurück nach Aguas Calientes geht. Der Weg über die Serpentinen ist sehr gemütlich, nach rund zwei Stunden sind wir wieder im Tal. Genau rechtzeitig für ein Mittagessen, bevor es mit dem Zug wieder zurück nach Cusco geht. Von dort geht es dann für mich weiter in die nächste Stadt – um welche es sich dabei handelt erfahrt ihr beim nächsten Mal.












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Der Weg nach Machu Picchu

Die Ruinenstadt Machu Picchu ist eine der größten Touristenattraktionen in ganz Südamerika. Sie liegt abgelegen rund 75 Kilometer nordwestlich von Cusco auf 2430 Metern Seehöhe. Um die Stadt zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die Landschaft am Weg nach Machu Picchu Sehr beliebt, gerade bei Backpackern, sind die beiden Wanderungen am Inka Trail und am Salkantay Trek. Beide Wanderung führen in 4 bis 5 Tagen bis nach Machu Picchu, allerdings über unterschiedliche Routen. Um die Natur zu schonen gibt es eine maximale Anzahl an Wanderern, die täglich auf den Wegen zugelassen sind.

Der Hauptplatz von Aguas Calientes Wer es lieber gemütlich hat kann den Zug nehmen. Auch hier gibt es mehrere Varianten, vom Luxuswagon bis zur einfachen Touristenklasse. Die Züge enden im Dorf Aguas Calientes, auch Machupicchu Pueblo genannt, nur wenige Kilometer von der Ruinenstadt entfernt.

Ein Zug im Bahnhof von Aguas Calientes In der Hauptsaison starten die Züge direkt in Cusco. In der Nebensaison wird die erste Hälfte der Strecke mit dem Bus zurück gelegt, erst am Bahnhof von Ollantaytambo wird auf den Zug gewechselt. Unabhängig davon dauert die Reise von Cusco nach Aguas Calientes rund vier Stunden. Die Züge selbst sind auch in der günstigsten Klasse gut ausgestattet, wobei günstig relativ ist. Für ein Ticket hin und retour muss man zumindest €100 einplanen.

Panoramafenster bieten einen Ausblick auf die Landschaft Der Ausblick während der Fahrt ist dank der Panoramafenster hervorragend. Draußen zieht eine imposante Landschaft vorbei, während der Zug mit maximal 40 km/h Richtung Machu Picchu tuckert. Hin und wieder kann man auch die Wanderer sehen, die in Gruppen unterwegs sind. Ohne Guide ist eine Wanderung nämlich nicht möglich.

Blick aus dem Panoramafenster Aguas Calientes selbst lebt vom Tourismus. Das Dorf ist voll mit Restaurants und Hostels, eingerahmt von majestätischen Bergen. Durch den Ort rauscht der Fluss Urubamba, einige Kilometer entfernt gibt es ein Wasserkraftwerk, welches Cusco mit Energie versorgt. Welche Kraft der Fluss entwickeln kann sieht man im Ortskern. Vor einigen Monaten wurde dieses von einem Hochwasser verwüstet, Teile der Gleise wurden weggespült.

Massive Felswände prägen das Ortsbild Da der erste Zug Cusco bereits um 03:00 Uhr verlässt ist es durchaus möglich Machu Picchu als Tagesausflug zu besuchen. Viele Touristen, so wie ich auch, verbringen aber eine Nacht hier in Aguas Calientes, um ganz am Morgen zur Ruinenstadt aufzubrechen. Was es dort alles zu sehen gibt erzähle ich euch im nächsten Beitrag.






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Cusco – der Nabel der Welt

Der nächste hält meiner Reise führt mich zurück in das Hochland nach Cusco. An sich hatte ich ein Ticket für den Nachtbus gebucht – gut 10 Stunden dauert die Fahrt von Arequipa nach Cusco. Aufgrund von Protesten und Straßenblockaden wir meine Busfahrt aber kurzfristig abgesagt. Nachdem auch nicht klar ist wann die Busse wieder verkehren heißt es umdisponieren – zum Glück gibt es täglich auch einen Direktflug von Arequipa nach Cusco.

Auch vom Flughafen in Arequipa kann man die Vulkane sehen So komme ich mit etwas Verspätung in Cusco an. Auch der Weg zu meinem Hostel wird kompliziert, da in der Innenstadt von Cusco eine Demonstration stattfindet. So heißt es den letzten Kilometer zu Fuß zurück legen – auf rund 3500 Meter Seehöhe mit vollem Gepäck gar nicht so ohne.

Die Straßen von Cusco sind sehr verwinkelt Um mehr über die Stadt zu lernen schließe ich mich einer Walking Tour an. Dabei lerne ich, dass der Name Cusco in der Quechua Sprache der Ureinwohner soviel wie Nabel heißt. Der Name kommt nicht von ungefähr, war Cusco doch die Hauptstadt des Inkareiches und somit das Zentrum der Inka Kultur. Dementsprechend lassen sich auch heute noch jede Menge Überbleibsel aus dieser Zeit finden, auch wenn die spanischen Eroberer Teile der Inka Bauwerke für eigene Bauten verwendeten.

Die glatten Steinmauern ohne Mörtel sind Überreste eines Inka Palastes Weiters erfahre ich, dass der Name Inka eigentlich nur die Herrscher des Indigenen Volkes bezeichnet. Insgesamt sind 18 Inka bekannt, viele von ihnen ließen prachtvolle Paläste errichten, deren Grundmauern heute noch sichtbar sind. Viele der Inka Tempel wurden aber von den Spaniern durch Kirchen oder Klöster ersetzt. So gibt es am Plaza de Armas gleich mehrere Kirchen.

Eine der Kirchen am Plaza de Armas Das Reich der Inka war enorm und reichte vom südlichen Kolumbien bis nach Santiago de Chile. Zwei Hauptwege verliefen von Norden nach Süden sowie von Osten nach Westen. Ihre Kreuzung hatten sie hier im Zentrum von Cusco. Einem der Wege folgt auch der Inka Trail, einer der beiden beliebten Wanderwege nach Machu Picchu.

Karte des Inkareiches Heute ist Cusco ganz auf den Tourismus ausgerichtet. Im Zentrum findet man unzählige Restaurants, wo auch Meerschweinchen angeboten werden. Diese werden vor allem zu speziellen Anlässen zubereitet, im Schnitt isst jeder Peruaner zwei Meerschweinchen im Jahr. Hinzu kommen eine ganze Menge Boutiquen, in denen Alpaka Produkte verkauft werden. Und natürlich gibt’s auch hier an jeder Straßenecke Menschen, die allerhand Souvenirs verkaufen.

Souvenirs am Platz in San Blas Obwohl es auch in Cusco einige Museen gibt nutzen viele Touristen die Stadt als Ausgangspunkt um die Inkastätten in der Umgebung zu erkunden. Ganz oben auf der Liste steht dabei zweifellos Machu Picchu. Wie man von Cusco aus dort hin kommt erzähle ich euch beim nächsten Mal.








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Arequipa – die weiße Stadt

Meine erste Station in Peru führt mich nach Arequipa, eine Stadt die ich ursprünglich gar nicht auf dem Radar hatte. Ganz im Süden Perus liegt sie nicht ganz auf meiner Reiseroute, nachdem ich aber von anderen Reisenden viel positives über Arequipa gehört habe nehme ich einen kleinen Umweg gerne in Kauf.

Das Stadtwappen von Arequipa Mein erster Eindruck – die Stadt unterscheidet sich doch sehr von den Städten in Bolivien. Riesige Gebäude prägen das Ortsbild, die Dichte an Kirchen im Stadtzentrum sucht seines gleichen. Die enorme Kathedrale im Zentrum nimmt eine komplette Seite des Plaza de Armas ein und passt kaum auf ein Foto. Dazu kommen noch einige Klöster – kein Wunder also dass die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die Kathedrale von Arequipa Alle Gebäude sind äußerst massiv ausgeführt, was den häufigen Erdbeben in der Region geschuldet ist. Wöchentlich bebt hier die Erde, seit der Gründung der Stadt durch die spanischen Konquistadoren im Jahr 1540 würde sie sieben Mal durch Erdbeben verwüstet. Das sie immer wieder aufgebaut wurde liegt an ihrer strategischen Lage.

Eine der vielen Kirchen Vor der Stadtgründung war die Region von den Inka besiedelt. Im Umkreis der Stadt befinden sich insgesamt 16 Vulkane, wobei drei davon von fast überall zu sehen sind. In der Mythologie der Inka stellen die Vulkane Gottheiten da, diese werden Apu genannt.

Die Kathedrale mit einem der Vulkane im Hintergrund Die Vulkane und die dazugehörigen Gesteinsarten geben Arequipa auch sein spezielles aussehen. Viele der Gebäude sind aus den weißen Steinen erbaut. Der Beiname die weiße Stadt hat aber weniger mit der Farbe zu tun, sondern mit der Hautfarbe der Spanier, welche die ansässigen Inka vertrieben.

Der Innenhof eines ehemaligen Klosters Auch kulinarisch kann sich Arequipa sehen lassen. An vielen Straßenecken findet man das traditionelle Käseeis, hinzu kommt das aus rotem Mais hergestelle Getränk Chicha. Dieses gibt es in einer alkoholfreien Version als Chicha Morada, oder vergoren. Außerdem findet man in fast jedem Restaurant Alpaka auf der Speisekarte, oft von einigen der unzähligen Erdäpfel Sorten begleitet, die es in der Region gibt.

Alpaka mit Erdäpfeln und Salat Rund 100 Kilometer Luftlinie von der Stadt entfernt liegt eine weitere Attraktion – der Colca-Canyon. Diese Schlucht ist eine der tiefsten der Welt und Heimat des Kondors. Mein Weg führt mich aber etwas weiter in den Norden. Nachdem ich hier in Arequipa etwas Sonne und Sauerstoff tanken konnte geht es von 2300 Metern Seehöhe wieder hinauf auf knapp 3500. Wohin genau, das erfahrt ihr beim nächsten Mal.








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Auf nach Peru

Der Titicacasee ist nicht nur der größte Süßwassersee Südamerikas, hier verläuft auch die Grenze zwischen Bolivien und Peru. Nach Peru führt auch mein Weg, auch wenn dieser Dank COVID ein wenig komplizierter ist. Normalerweise verkehren Touristenbusse zwischen Copacabana und dem peruanischen Ort Puno, da die Landgrenze aber erst im März wieder geöffnet wurde, ist der grenzüberschreitende Tourismus noch nicht wieder angelaufen. Somit bleibt mir nix anderes übrig als den Weg nach Peru selbst zu organisieren.
Wobei nach Peru zu kommen relativ einfach ist. Einerseits liegt die Grenze nur rund 20 Minuten von Copacabana entfernt, andererseits brauche ich für die Einreise keinen PCR Test, nur meinen Impfnachweis. Also schnappe ich mir nach dem Frühstück ein Taxi und auf geht’s zum Grenzposten Kasani. Ich bekomme den Ausreise-Stempeln in Bolivien und spaziere zu Fuß über die Grenze. Auf der peruanischen Seite dann erst Mal ein Gesundheitscheck. Neben Temperatur wird auch Blutdruck und Sauerstoffgehalt gemessen. Da meine letzte Impfung mehr als drei Monate her ist, werde ich auch zu einem kostenlosen PCR Test verpflichtet. Wie dieser aufgefallen ist weiß ich nicht, bis heute hab ich kein Ergebnis erhalten. Einreisen darf ich trotzdem, mit der Bestätigung des Ärzteteams in der Hand läuft das kurz und schmerzlos.

Der Grenzübergang In Peru angekommen wechsle ich meine letzten Bolivianos in peruanische Sol und nehme ein Mototaxi. Damit geht’s ein paar Minuten in den nächsten Ort Yunguyo. Dort wechsle ich in ein Colectivo, mit welchem es rund zwei Stunden nach Puno geht. Puno ist der peruanische Hauptort am Titicacasee, von dort aus gibt es Busse in alle wichtigen Städte Perus.
Mein Colectivo kommt am Südterminal an, also heißt es ein weiteres Mototaxi nehmen um zum zentralen Terminal zu kommen. Dort hab ich dann Glück, denn nur 30 Minuten später fährt ein Bus zu meinem Ziel, der Stadt Arequipa, ab. Die Fahrt dorthin ist mit sechs Stunden veranschlagt, am Ende ist es ein wenig mehr. Das liegt daran, dass wir unterwegs immer wieder Passagiere aufsammeln oder aussteigen lassen. Gut das ich umgerechnet einen Euro mehr für einen bequemen Sitzplatz bezahlt habe.

Mein schicker Sitzplatz im Bus Gegen 20:00 Uhr Ortszeit komme ich in Arequipa an, jetzt noch ein Taxi zu meinem Hostel. Nach insgesamt 13 Stunden bin ich am Ziel, jetzt ist erstmal duschen angesagt. Was ich sonst so in Arequipa erlebt hab erzähle ich euch dann beim nächsten Mal.
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Isla del Sol – der Ursprung der Inka

Rund einen Kilometer Luftlinie von Copacabana entfernt liegt die Isla del Sol, die Sonneninsel. Laut der Mythologie der Inka ist hier der Ort, an dem die ersten Inka auf die Erde gekommen sind. Heute leben rund 2000 Menschen auf der knapp 15 Quadratkilometer großen Insel. Mit ihren archiologischen Stätten ist sie eines der beliebtesten Touristenziele am Titicacasee.

Isla del Sol Der einzige Weg um zur Insel zu kommen ist ein Boot. Direkt im Hafen von Copacabana gibt es jede Menge davon, als ich mich am Vortag erkundige erfahre ich das um 08:30 und 13:00 Uhr fahrten zur Isla del Sol starten. Was mir nicht klar war – die Boote funktionieren wie Colectivos, legen also erst ab wenn sie voll sind. Nachdem es an diesem Morgen regnet dauert das ein wenig, somit ist es fast 10:00 Uhr bis es losgeht.

Die Boote im Hafen von Copacabana Dabei geht es das Boot sehr gemütlich an, entlang der Küste geht es der Insel entgegen. Eine gute Stunde dauert es, bis wir an einem Ende der Insel anlegen. Hier stehen die Ruinen des Sonnentempels und von hier aus startet eine kurze Wanderung bis ins Dorf Yumani. Zuerst geht es über einige Stufen hinauf, ehe der Weg langsamer bis auf fast 4000 Meter Seehöhe ansteigt.

Blick zurück auf die Anlegestelle am Sonnentempel Unterwegs warten immer wieder einheimische Cholitas – Frauen in der Traditionellen Kleidung – welche Souvenirs verkaufen. Daneben fällt auch der angenehme Geruch auf – allerhand Kräuter wachsen hier auf terrassenförmig angelegten Feldern.

Der Beginn des Dorfes Schließlich erreichen wir das Dorf, welches ganz auf den Tourismus ausgerichtet ist. Neben vielen kleinen Gasthäusern gibt es auch einige Hostels. Viele Menschen schätzen die Ruhe und Abgeschiedenheit der Insel und verbringen hier ein paar Tage.

Auch eine kleine Kirche gibt es auf der Isla del Sol Nach einem Coca-Tee geht es zurück zum Boot, diesmal zum Anlegeplatz in Yumani. Dabei geht es die Inka-Stiegen hinab, ein weiteres Überbleibsel aus der Hochzeit der Inka. Am unteren Ende ist dann auch Eintritt zu bezahlen, denn gratis ist der Besuch auf der Isla del Sol nicht.

Die Treppe der Inka Mittlerweile ist es höchste Zeit fürs Mittagessen, deshalb machen wir einen Stopp auf einer der schwimmenden Inseln. Von diesen, aus Holz und Schilf gebauten Floßen gibt es am Titicacasee einige. Hier wird frischer Fisch zubereitet, direkt auf Bestellung werden die Fische aus dem Wasser gefischt. Es gibt eine Forellenart, die hier im See heimisch ist.

Hier werden die Forellen gehalten. Frisch gestärkt geht es wieder zurück nach Copacabana. So endet mein letzter Tag in Bolivien, morgen geht es auf in ein neues Land. Mehr dazu erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Der Titicacasee 




