An der Copacabana

Nein, ich bin nicht plötzlich wieder in Rio gelandet – auch in Bolivien gibt es eine Copacabana. Die Kleinstadt liegt auf 3812 Metern Seehöhe, direkt am Ufer des Titicacasees – rund 150 Kilometer von La Paz entfernt. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Bolivianer, auch wenn der Weg dorthin ein wenig abenteuerlich ist.

Der Startpunkt meiner Reise am Friedhof von La Paz

Nachdem pandemiebedingt im Moment keine Touristenbusse nach Copacabana fahren, muss ich auf ein Collectivo ausweichen. Diese Kleinbusse fahren nicht nach Fahrplan sondern nach Bedarf – sobald das Collectivo voll ist wird gestartet. Abfahrt ist auch nicht vom zentralen Busterminal sondern von einer Straße gleich neben dem Friedhof von La Paz. Ich bin kurz vor 09:00 Uhr dort, dann soll nämlich ein etwas größeres Collectivo abfahren.

Mein Collectivo

Und tatsächlich, knapp nach 9 startet unser Bus mit rund 30 Personen an Board. Langsam schlängeln wir uns den Berg hinauf, durch El Alto gibt es immer wieder ordentlich Stau. Als wir endlich aus der Stadt draußen sind geht es etwas schneller voran. Nach rund 90 Minuten können wir schon den Titicacasee erblicken. Bis zum Ziel Copacabana dauert es aber nochmal solange, vor allem da wir erst eine Fähre nehmen müssen. Copacabana liegt nämlich auf einer Halbinsel, die vom Land aus nur von Peru erreichbar ist.

Die Fähre

Während der Bus auf einer alten Fähre aus Holz transportiert wird müssen die Insassen ein normales Boot nehmen. Die Überfahrt ist nur ein paar hundert Meter lang und dauert nur wenige Minuten. Ein wenig abenteuerlich ist das ganze aber schon, vor allem da alle Stege aus Holz sind und die Fähre beim Entladen nur durch eine Eisenkette gesichert ist. Schlussendlich kommt der Bus aber gut am anderen Ufer an und wir können unsere Fahrt fortsetzen.

Alpakas in meiner Unterkunft

Nach insgesamt rund vier Stunden kommen wir in Copacabana an und ich mach mich auf zu meinem Hostel. Hier hab ich nicht nur einen tollen Ausblick auf Hafen und See, im Garten begrüßen mich auch die beiden Haus-Alpakas. Ich beschließe den Hafen zu erkunden und finde viele Dinge bereits eingewintert vor. Die Urlaubssaison neigt sich dem Ende zu, der Herbst macht sich breit. Auf rund 3800 Metern nicht das ideale Badewetter.

Am Hafen von Copacabana

Ein paar hundert Meter vom Strand entfernt finde ich die Basilika von Copacabana. Sie ist der wichtigste Wallfahrtsort von Bolivien, gewidmet ist sie der Jungfrau von Copacabana. Diese ist auch die Schutzheilige von Bolivien. Zudem ist die Jungfrau auch Namensgeberin des Strandes in Rio – der ist nämlich nach einer dortigen Kirche benannt, welcher der Jungfrau von Copacabana gewidmet war. Wöchentlich finden hier außerdem Autosegnungen statt, die von einem Priester gemeinsam mit einem Schamanen abgehalten werden.

Die Basilika von Copacabana

Viel mehr gibt es im Ort selbst nicht zu sehen. Viele der Besucher nutzten Copacabana als Sprungbrett, um den Titicacasee zu erkunden. Genau das hab ich für morgen geplant – mehr dazu aber beim nächsten Mal.

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