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  • Mit dem FlixBus nach Wien

    Mit dem FlixBus nach Wien

    Knapp zwei Wochen bin ich nun schon wieder zu Hause, höchste Zeit also den Arbeitsalltag ein wenig zu brechen. Gut das diese Woche ein Konzert nachgeholt wird, welches in den letzten beiden Jahren COVID zum Opfer gefallen ist. Eine meiner Lieblingsbands, The Killers, spielen in der Wiener Stadthalle und ich hab schon seit fast drei Jahren Tickets dafür. Also heißt es nach der Arbeit ab nach Wien.

    Die Bushaltestelle am Murpark

    Bisher bin ich zu Konzerten in der Stadthalle immer mit dem Zug angereist und hab‘ dann in Wien übernachtet. Diesmal ist Wien aber gut gebucht, die Hotels sind ziemlich teuer. Hinzu kommt, dass die Busverbindung zwischen Graz und dem Wiener Westbahnhof ideal ist. Die Stadthalle liegt keine 10 Gehminuten vom Westbahnhof entfernt, der letzte Bus zurück nach Graz fährt um 23:30 ab. Noch dazu ist die Fahrt mit dem Bus auch günstiger als die Zugfahrt.

    Am Wiener Westbahnhof

    Also geht’s nach der Arbeit zum Park and Ride Murpark, wo der FlixBus seine Haltestelle hat. Der Bus kommt pünktlich, im Bus selbst dann das erste kleine Problem – die Sitze sind nicht nummeriert. Ich hab einen Sitzplatz reserviert, allerdings habe ich jetzt im Stockbus keine Ahnung wo dieser ist. Zum Glück sind genug Plätze frei und ich finde einen Sitzplatz in der letzten Reihe. Wir kommen ein paar Minuten verspätet am Westbahnhof an – kein Problem, ich hab genug Zeit bis das Konzert startet. Sogar ein Bier und Käsekrainer-Hotdog gehn sich noch aus.

    Die Stadthalle ist gut gefüllt

    Das Konzert selbst ist fantastisch, zwei Stunden lang gibt’s eine tolle Show und viel zum Mitsingen. Um 23:00 Uhr ist Schluss, perfekt um ohne Stress zum Bus zu kommen. Diesmal hat der Bus auch Nummern über dem Sitzplatz, ich finde also meinen reservierten Platz und kann ein wenig vor mich hin dösen. Zwei Stunden später bin ich wieder in Graz, ganz nach Fahrplan. Unterm Strich war der FlixBus eine gute Alternative zum Zug, vor allem Preis und Reisezeit waren besser als mit den ÖBB. Das nächste Konzert kann kommen.

  • Zurück in den Sommer

    Zurück in den Sommer

    Nach knapp sechs Monaten geht meine Zeit in Südamerika zu Ende, es heißt zurück nach Österreich. Während hier auf der Südhalbkugel der Winter einsetzt, steht zu Hause der Hochsommer vor der Tür. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge geht es zurück – schade dass die sorglose Reisezeit endet, aber auch froh all die Menschen zu Hause wiederzusehen.

    Der internationale Flughafen in Rio de Janeiro am Abend

    Meine Reise geht nicht direkt zurück nach Österreich, ich lege noch einen Zwischenstopp in Lissabon ein. Der Flug mit einem 22-stündigen Aufenthalt in der Hauptstadt Portugals ist nämlich ein paar hundert Euro günstiger als jener, der am gleichen Tag noch nach Wien weiter geht. Nach gut neun Stunden Flug komme ich in Lissabon an, der Aufenthalt im neuen Airbus A330 war trotz Sitzplatz in der Economy Class erstaunlich komfortabel.

    Sitz mit Beinfreiheit

    Am Flughafen von Lissabon muß ich feststellen, dass der Bus, welcher das Zentrum mit dem Flughafen verbindet, nicht mehr existiert. Also geht’s mit der U-Bahn zu meinem Hotel. Da es erst zu Mittag ist kann ich noch nicht einchecken – Zeit für ein Mittagessen. Danach noch ein wenig die Gegend erkunden bevor sich der Jetlag bemerkbar macht und ein Nickerchen ansteht. Am nächsten Tag geht es Früh morgens zum Flughafen und auf nach Wien.

    Zum Frühstück am Flughafen gibt’s Pasteis de Nata

    Unser Abflug verzögert sich ein wenig, weshalb es in Wien knapp für mich wird. Am letzten Abdrücker erwische ich meinen Zug nach Graz – bei Sonnenschein geht es zruck hintern Semmering. Am Abend komme ich schließlich zu Hause an – jetzt heißt es auspacken.

    Am Semmering

    Ist das nun das Ende dieses Blogs? Nein, denn auch wenn mein Abenteuer in Südamerika zu Ende gegangen ist, macht das Schreiben doch Spaß. Ich werde hier also auch in Zukunft Erlebnisse von meinen Reisen beschreiben – also schaut ab und zu vorbei 😉

  • Petrópolis – Brasiliens imperiale Stadt

    Petrópolis – Brasiliens imperiale Stadt

    Bevor meine Reise zu Ende geht finde ich mich noch einmal in Brasilien wieder. Von Villa de Leyva aus geht es via Bogotá nach Rio de Janeiro. Und hier ganz in der Nähe, nur eine Stunde mit dem Bus entfernt, liegt eine Stadt, die viel mit Österreich verbindet. Im Jahr 1825 wurde Petrópolis von deutschsprachigen Einwanderern, vor allem aus Tirol, gegründet. Der Ort, welcher auf rund 800 Metern Seehöhe liegt, wuchs schnell und war beliebt, weshalb der brasilianische Kaiser Pedro II. die Errichtung einer Sommerresidenz in Auftrag gab.

    Die Sommerresidenz, heute ein Museum

    Angefangen vom Architekten Julius Friedrich Koeler wurden die Arbeiter für dieses Vorhaben im deutschsprachigen Raum angeworben. Mit im Gepäck hatten diese auch europäische Früchte und Gemüse, die hier in der Serra dos Órgãos angebaut und in Rio de Janeiro verkauft wurden. Im Jahr 1857 wurde Petrópolis zur Stadt erhoben, ab 1894 war sie sogar acht Jahre Hauptstadt des Bundesstaates Rio de Janeiro.

    Viele Gebäude haben einen deutschen Stil

    Heute leben über 300.000 Menschen in Petrópolis, dabei gilt die Stadt als eine der sichersten in ganz Brasilien. Die Sommerresidenz des Kaisers ist mittlerweile ein Museum, welches dem imperialen Brasilien gewidmet ist. Dessen erster Kaiser Peter, der 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens vom Königreich Portugal ausrief, war mit Maria Leopoldine von Österreich, einer Tochter von Kaiser Franz I., verheiratet. Der Sohn der beiden, Pedro II. war zugleich auch schon der letzte Kaiser Brasiliens, im Jahr 1889 wurde die Monarchie gestürzt und durch eine Republik ersetzt.

    Im historischen Zentrum findet man neben der Kathedrale jede Menge prunkvolle Villen

    Doch auch an anderer Stelle zeigt sich der Einfluss mitteleuropäischer Kultur. So wurde in Petrópolis die erste Brauerei Brasiliens gegründet – die Cervejaria Bohemia. Heute kann man an derem Gelände eine Brauereiführung inklusive Verkostung unternehmen. Zudem findet jährlich ein Oktoberfest statt – allerdings im Juni, dem Herbst auf der Südhalbkugel.

    Ein Mosaik in der Brauerei

    Wenn man in Rio de Janeiro ist, lohnt sich ein Ausflug nach Petrópolis also auf jeden Fall. Auch um der Hitze zu entfliehen. Wobei aktuell hier auf der Südhalbkugel ja der Winter begonnen hat, weshalb es für mich zurück nach Europa heißt. Mehr über meine Rückreise nach Österreich erfahrt ihr beim nächsten Mal.

  • Villa de Leyva – eine Reise ins koloniale Kolumbien

    Villa de Leyva – eine Reise ins koloniale Kolumbien

    Der nächste Stopp meiner Reise führt mich wieder ein Stück näher nach Bogotá, in die Stadt Villa de Leyva. Hier ist die Zeit – aus architektonischer Sicht – stehen geblieben. Bürogebäude oder Hochhäuser sucht man vergeblich, in der denkmalgeschützten Stadt fühlt man sich in das koloniale Kolumbien zurückversetzt. Das Zentrum bildet dabei der riesige Hauptplatz, an dem sich eine Kirche sowie zahlreiche Bars und Restaurants befinden.

    Brunnen und Kirche am Hauptplatz

    Villa de Leyva liegt rund 100 Kilometer Luftlinie von San Gil entfernt auf 2149 Metern Seehöhe. Die Fahrt mit dem Bus dauert knapp vier Stunden, wobei ich einmal umsteigen muss. Die Stadt wurde im Jahr 1572 von den spanischen Konquistadoren gegründet, damals war sie vor allem bei der Oberschicht als Ausflugsziel beliebt. Heute besuchen sowohl ausländische als auch einheimische Touristen die Stadt, die rund 165 Kilometer von Bogotá entfernt liegt.

    Eine Straße mit den für die Stadt typischen Häusern

    Neben den historischen Gebäuden, Straßen und Parks gibt es auch einige Museen. Eines davon ist das Museum der Schokolade, wobei der Name täuscht. In Wirklichkeit handelt es sich dabei eher um eine Schokoladenmanufaktur mit angrenzendem Restaurant. Dort gibt es neben zahlreichen Süßspeisen aus Schokolade auch ein Schokoladenbier zu verkosten. Das schmeckt ungefähr so, wie ich mir das Butterbier bei Harry Potter immer vorgestellt habe.

    Schokoladenbier mit einem Milhojas-Kuchen

    Doch auch in der Umgebung von Villa de Leyva gibt es Dinge zu sehen. So kann man sich etwa ein Quad ausleihen um die Gegend zu erkunden. Oder man unternimmt einen kurzen Spaziergang zu den Pozos Azules, sieben künstlich angelegten Teichen mit strahlend blauem Wasser. Vom Zentrum aus ist man zu Fuß in gut 30 Minuten am Eingang des Geländes.

    Der Weg zu den Pozos Azules

    Die sieben Teiche sind über einen Rundweg miteinander verbunden. Aufgrund der hier vorkommenden Mineralien hat das Wasser eine außergewöhnliche Farbe. Hinzu kommt, das sich der Horizont wunderbar auf der Wasseroberfläche spiegelt. Ein idealer Ort um die eine oder andere Stunde in der Natur zu entspannen.

    Einer der Pozos

    Als immer mehr Wolken aufsteigen mache ich mich auf den Weg zurück zu meinem Hostel. Und tatsächlich, keine fünf Minuten nachdem ich dort ankomme beginnt es auch schon zu wascheln. Aktuell herrscht Regenzeit, da muss man jeden Nachmittag mit Schauern rechnen. Die verwandeln auch gerne Mal die eine oder andere Straße in einen Bach.

    Nach dem Regen

    Für mich ist es an der Zeit nach Bogotá zurück zu kehren. Bevor mein Abenteuer in Südamerika zu Ende geht, reise ich nochmal in ein Land, welches ich bereits im Februar besucht habe. Mehr dazu beim nächsten Mal.

  • San Gil – Adrenalin pur

    San Gil – Adrenalin pur

    Nach zwei Tagen in Palomino ist es für mich an der Zeit der Karibik auf Wiedersehen zu sagen. Mein nächstes Ziel ist die Kleinstadt San Gil, gut 300 Kilometer von Bogotá entfernt. Dort, auf rund 1100 Metern Seehöhe, finden abenteuerhungrige Reisende ein Paradies vor. Um von Palomino dorthin zu gelangen ist aber gar nicht so einfach.

    San Gil Kolumbien
    San Gil von oben

    Zuerst geht es mit dem Bus zurück nach Santa Marta, dann vom Zentrum aus mit dem Taxi zum Flughafen. Von dort direkt in die Stadt Bucaramanga, die rund 100 Kilometer von San Gil entfernt liegt. Zwischen den beiden Städten gibt es regelmäßige Busverbindungen, die Fahrt dauert gut 2 Stunden. Insgesamt bin ich den ganzen Tag unterwegs, um von Palomino nach San Gil zu kommen.

    Plaza de Armas San Gil
    Ein Monument am Plaza de Armas

    Die Stadt liegt in einem Talkessel, durch welchen auch ein Fluss – der Rio Fonce – fließt. In und um die Stadt herum herrschen ideale Bedingungen für Extremsportarten. Fallschirmspringen, Paragliding, Bungee-Jumping, Canyoning, Rafting oder an einem Wasserfall abseilen sind einige der Adrenalin fördernden Aktivitäten, die man hier unternehmen kann. Daneben gibt’s auch noch einige Wandertouren zu meistern.

    Ein Kreuz am Hausberg von San Gil

    Ich entscheide mich dafür Rafting auszuprobieren. Da es in den letzten Tagen viel geregnet hat ist nur eine Tour verfügbar, welche zwischen Schwierigkeitsgrad II und III schwankt. Mit einem Kleinbus geht es zum Startpunkt der Tour, rund 7 Kilometer von San Gil entfernt. Mit am Dach unser Schlauchboot, mit welchem wir das Wildwasser bändigen wollen.

    Das Boot

    Nach einer kurzen Einführung geht es mit Schwimmweste, Helm und Paddel gerüstet aufs Wasser. Die ersten Stromschnellen meistern wir mit bravour, deshalb beschließt unser Guide die Schwierigkeit ein wenig zu erhöhen. Das Boot wird umgedreht, die nächsten Stromschnellen dürfen wir rückwärts passieren. Spätestens jetzt ist jeder waschelnass, wer möchte kann auch über Board gehen und ein wenig baden, da ein ruhiger Abschnitt auf uns wartet. So geht es flussabwärts, vorbei an einigen Bungee-Jumping Türmen, bei denen über dem Fluss abgesprungen wird. Nach einer guten Stunde, die wie im Flug vergeht, kommen wir wieder in San Gil an.

    Blick auf San Gil

    Genau rechtzeitig zum Mittagessen und um San Gil noch ein wenig zu erkunden. Morgen heißt es nämlich schon wieder weiter in die nächste Stadt, mein letzter Stopp bevor es zurück nach Bogotá geht. In welcher Stadt dieser war, das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

  • Palomino – zurück ans Meer

    Palomino – zurück ans Meer

    Nach einigen Tagen in Minca geht es noch einmal zurück an die Karibikküste. Mein Ziel ist der kleine Ort Palomino, rund 90 Kilometer östlich von Santa Marta. Um dorthin zu gelangen muss ich zuerst mit dem Collectivo zurück nach Santa Marta, danach mit dem gleichen Bus, der auch am Tayrona Nationalpark halt macht, nach Osten. Zuvor mache ich aber noch halt bei einem Bankomaten, in Palomino gibt’s nämlich keinen. Die ganze Reise dauert von Minca aus rund vier Stunden.

    Eine der Hauptstraßen von Palomino

    Die einzige asphaltierte Straße ist die Hauptstraße, die weiter in den Osten führt und in rund 200 Kilometern in Venezuela endet. Palomino selbst liegt im östlichsten Departamento von Kolumbien – La Guajira. Das ist zugleich auch der Name der Halbinsel, welche sich hier in die Karibik erstreckt und zwischen Kolumbien und Venezuela aufgeteilt ist. Nur etwas mehr als 3000 Menschen leben in Palomino, der Großteil von ihnen von der Landwirtschaft. Doch in den letzten Jahren wurde der verschlafene Ort vor allem bei Backpackern immer beliebter, weshalb sich unweit vom Meer entfernt etliche Hostels und Restaurants angesiedelt haben.

    Mein Hostel samt Pool

    Palomino lädt vor allem zum Entspannen ein. Entweder am Pool, den hier so gut wie jedes Hostel hat, oder in einem Gummireifen den nahen Rio Palomino hinab treibend. Diese als Tubing bekannte Aktivität ist eine der Hauptattraktionen, mehrere Unternehmen bieten Touren an. Oder man geniesst den Strand, der vom Ort aus bis zur Mündung des Rio Palomino führt.

    Der Strand von Palomino

    Hier am Strand, mit kaum anderen Menschen in der Nähe, fühlt man sich wie auf einer einsamen Insel. Nach etwa einer halben Stunde Spaziergang kommt man an der Flussmündung an, hier gibt es einige kleine Restaurants, welche hauptsächlich Meeresfrüchte anbieten. Spannend ist auch der Temperaturunterschied zwischen Fluss und Meer – der Rio Palomino ist um einige Grad kälter als das karibische Meer.

    Hier mündet der Rio Palomino in die Karibik

    Palomino ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass die Infrastruktur kaum mithalten kann. Stromausfälle stehen an der Tagesordnung, auch das Internet ist nicht das schnellste. Vielleicht auch gerade deshalb der ideale Ort um ein paar Tage abzuschalten. Für mich geht es aber weiter in eine aufregendere Gegend Kolumbiens, mehr dazu beim nächsten Mal.

  • Der Schokolade auf der Spur

    Der Schokolade auf der Spur

    Nachdem ich in Salento gelernt habe, wie Kaffee hergestellt wird, interessiere ich mich in Minca dafür, woher der wichtigste Bestandteil der Schokolade kommt. Es gibt in Minca mehrere Kakaofarmen, ich habe mich dazu entschlossen der Finca La Candelaria einen Besuch abzustatten. Hier wird sowohl Kaffee als auch Kakao angebaut, dazu gibt’s täglich eine Führung.

    Santa Marta von der Finca La Candelaria aus

    Da die Finca relativ weit vom Ortszentrum entfernt liegt und die Tour schon am Vormittag stattfindet nehme ich ein Mototaxi. Da durch den Regen die Straßen teilweise ziemlich gatschig sind haben wir bei den steilen Stellen der Fahrt ganz schön zu kämpfen. Trotzdem kommen wir nach rund 20 Minuten bei der Finca an. Wirklich fixe Startzeit für die Tour gibt es keine, allerdings findet sie erst ab zwei Teilnehmern statt. Da ich aktuell noch alleine bin warte ich ein wenig und trink einen Kaffee.

    Die Farm ist auch bei Eichhörnchen beliebt

    Schließlich kommen noch weitere Besucher und die Tour beginnt. Zuerst geht’s auf die Plantage selbst, wo neben Kakao auch Avocados, Mangos, Maracuja und andere Früchte angebaut werden. Der Grund dafür – um Eichhörnchen, Insekten, Vögel und Co. davon abzuhalten die Kakaobohnen zu fressen. Zusätzlich hängen in den Kronen der Kakaobäume auch CDs.

    Eine Kakaopflanze

    Die Kakaopflanze ist dem Kaffee recht ähnlich, wir finden am gleichen Baum sowohl Blüten als auch reife Früchte. Die Blüten selbst haben keinerlei Geruch und wachsen sowohl an den Ästen als auch direkt am Stamm. Wir pflücken eine reife Frucht und machen uns auf den Weg zurück zur Finca, um den weiteren Weg zur Schokolade zu sehen.

    Eine Kakaoblüte

    Zuerst wird die Frucht geöffnet. Neben dem Fruchtfleisch befinden sich darin auch bis zu 60 weiße Samen – die Kakaobohnen. Diese werden getrocknet und geröstet, wodurch sie ihren Geschmack sowie die dunkle Farbe bekommen. Sie sind nun zum Verzehr geeignet, schmecken allerdings Recht bitter.

    Eine geröstete und geschälte Kakaobohne

    Während die Schale der Bohne als Brennstoff fürs Rösten verwendet werden kann, wird die Bohne selbst zu kleinen Kakaoflocken, den sogenannten Nibs, verarbeitet. Diese können wiederum gepresst werden, um Kakaobutter zu erhalten, oder gemahlen mit weiteren Zutaten zur Schokolade verarbeitet werden. Unser Guide, der Eigentümer des Familienbetriebes in dritter Generation, nutzt Honig anstelle von Zucker, um eine Schokoladenpaste zuzubereiten. Erwärmt man diese, wird die Schokolade flüssig.

    Gemahlene Kakaobohnen mit Honig

    So kann man die Schokolade in Formen gießen, zu Pralinen verarbeiten, mit Milch als heiße Schokolade genießen oder sogar als Gesichtsmaske nutzen. Wir probieren alle diese Möglichkeiten aus – bei der Gesichtsmaske bin ich froh daß keine Insekten in der Nähe sind. So endet eine interessante Tour auf der Finca La Candelaria und ich mache mich zu Fuß zurück auf den Weg nach Minca.

    Ein regnerischer Ausblick

    Leider fängt es schon bald zu regnen an, bis ich wieder im Ort ankomme bin ich waschelnass. Nach ein paar Stunden hört der Regen auf, am Abend gibt es sogar einen wunderbaren Sonnenuntergang. Mein letzter hier in Minca, morgen geht es nämlich weiter. Wohin, das erfahrt ihr beim nächsten Mal.

  • Die Marinka-Wasserfälle

    Die Marinka-Wasserfälle

    Der Ortskern von Minca liegt auf rund 600 Metern Seehöhe, einige Teile der Region liegen aber um einiges höher, bis auf über 3000 Meter geht es hinauf. Kombiniert man das mit den Bächen und Flüssen, welche die Gegend durchkreuzen, findet man zwangsläufig einige Wasserfälle. Einer, oder eigentlich drei davon, sind die Marinka-Wasserfälle, denen ich einen Besuch abgestattet habe.

    Das Ortsende von Minca

    Um zu den Wasserfällen zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder mit dem Mototaxi oder zu Fuß. Der Fußweg ist eine gemütliche Wanderung von knapp vier Kilometern vom Zentrum von Minca aus. Der Weg geht leicht bergauf, bevor es die letzten 10 Minuten zum Eingang richtig steil wird. Insgesamt dauert die Wanderung rund eine Stunde, wenn man unterwegs die Landschaft genießen oder auf Vögelsuche gehen will sollte man mehr Zeit einplanen.

    Die typischen Straßen in Minca

    Ich habe bei meiner Wanderung zwar einige Vögel gehört, allerdings keine zu Gesicht bekommen. Dafür findet man unterwegs immer wieder Bambus, der hier oft als Baumaterial verwendet wird. Nachdem es regelmäßig regnet ist der Weg teilweise gatschig, teilweise muss man auch über ein paar Steine balancieren um nicht nass zu werden.

    Straße trifft Bach

    Schließlich bei den Wasserfällen angekommen heißt es erstmal abkühlen. Und zwar wirklich, denn das Wasser ist sehr kalt. Zwei der Wasserfälle sind zugänglich, am Gelände gibt es auch ein Hinweisschild zu einem dritten Wasserfall – der Weg dahin ist aber abgesperrt.

    Die Karte des Areals

    Während der zweite Wasserfall etwas höher ist, lädt er nicht wirklich zum Baden ein. Anders der erste Wasserfall, wo ein etwa 1,20 Meter tiefer Pool Platz für etliche Besucher bietet.

    Der erste Wasserfall

    Neben den Wasserfällen gibt es am Gelände auch noch ein Restaurant sowie einige Hängematten, die zum in der Sonne Entspannen einladen. Von hier aus kann man weiter zum Aussichtspunkt Los Pinos wandern, der etwa zwei Stunden bergauf liegt. Da es aber nach Regen aussieht mache ich mich auf dem gleichen Weg wieder zurück ins Tal. Schließlich brauche ich meine Wanderschuhe noch für den morgigen Ausflug. Mehr dazu beim nächsten Mal.

  • Minca – die Öko-Hauptstadt Kolumbiens

    Minca – die Öko-Hauptstadt Kolumbiens

    Um der schwülen Luft der Karibik für ein paar Tage zu entfliehen Reise ich in das „Bergdorf“ Minca. Dieses liegt nur rund 20 Kilometer von Santa Marta entfernt, der Ortskern liegt rund 600 Meter über dem Meeresspiegel. Mit dem Colectivo, welches am zentralen Markt von Santa Marta abfährt, dauert es rund eine Stunde um nach Minca zu kommen. Weniger als 1000 Menschen leben hier, ein großer Teil von ihnen verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Tourismus. Neben Bergen, Flüssen und Wasserfällen gibt es auch Kaffee- und Kakaofarmen zu besuchen.

    Eine kleine Kirche gibt es in Minca natürlich auch

    Viele Touristen schätzen auch die Ruhe, um ein paar Tage abzuschalten. Während es im Ortskern einige Hostels und auch ein Hotel gibt, kann man auch in einer der Öko-Lodges im Wald oder auf einer der Fincas in den Bergen nächtigen. Ich wähle ein Mittelding – ein Hostel rund einen Kilometer vom Ortskern entfernt mit Zugang zum Rio Minca, der dem Ort seinen Namen gibt. Da viele Bereiche von Minca nur über unbefestigte Straßen erreichbar sind, ist das Fortbewegungsmittel Nummer eins der „Gatschhupfer“. Im Ort und bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten warten immer einige Menschen mit ihren Motocross-Maschinen darauf, Gäste zu chauffieren.

    Der Privatzugang zum Rio Minca

    Hier kann man sich gut abkühlen, denn auch wenn es weniger schwül als an der Küste ist, hat es tagsüber immer noch um die 30 Grad. Viele Menschen besuchen Minca auch wegen der großen Vielfalt von Vögeln die man hier antreffen kann. Doch abseits von diesen gibt es hier auch andere exotische Tiere. Auf dem morgendlichen Weg ins Dorf höre ich seltsame Geräusche, fast wie eine Raubkatze. Doch dann entdecke ich hoch in einer Baumkrone zwei Brüllaffen, welche für die Beschallung verantwortlich sind.

    Ein Brüllaffe

    Womit man hier, am Beginn der Sierra Nevada, auch immer rechnen muss ist Regen. Während die Vormittage meist trocken bleiben, gibt’s am Nachmittag oft Gewitter und Regen – vor allem da im Moment Regenzeit herrscht. Gut, wenn man einen Balkon mit Hängematte hat um die Abkühlung zu genießen.

    Doch ich hab mich hier in Minca nicht nur in der Hängematte ausgeruht sondern auch Dinge unternommen. Welche, das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

  • Der Tayrona Nationalpark

    Der Tayrona Nationalpark

    Einer der Hauptgründe, weshalb Menschen in die Region Santa Marta reisen, ist der Tayrona Nationalpark. Auf rund 150 Quadratkilometer gibt es hier nicht nur eine vielfältige Flora und Fauna zu bewundern, sondern auch wunderbare Strände zum Entspannen. Natürlich habe auch ich einen Tagesausflug in den Nationalpark unternommen.

    Die Karte des Parks

    Um von Santa Marta aus in den Park zu kommen gibt es mehrere Optionen. Einerseits mit dem Bus zu einem der Eingänge oder mit dem Boot direkt an einen Strand. Dann gibt es auch noch die Option einer geführten Tour. Ich hab mich für die günstigste Variante entschieden – den Bus. Dieser fährt etwa alle 20 Minuten vom Markt von Santa Marta ab. Da unterwegs immer wieder Leute zusteigen brauchen wir rund 90 Minuten zum Haupteingang des Parks. Dafür kostet die Fahrt nur umgerechnet rund 2 Euro.

    Der Beginn des Wanderweges

    Ich komme knapp bevor der Park aufsperrt dort an. Neben den Parkgebühren muss jeder Besucher auch verpflichtend eine Unfallversicherung für den Tag abschließen. Nachdem das erledigt ist geht es mit einem Shuttle rund fünf Kilometer zum Start eines Wanderweges. Dieser führt durch den Dschungel zu den Stränden des Nationalparks. Der Start ist recht flach und schattig, was bei den schwülen Temperaturen angenehm ist.

    Einer der Bewohner des Dschungels

    Unterwegs gibt es auch einige Kapuzineraffen zu sehen, welche die Banane eines Touristen ergattert haben. Danach wird der Weg hügeliger und gibt schließlich den ersten Blick auf das Meer frei.

    Der erste Blick auf den Strand

    Kurz darauf treffe ich auf eine Gruppe Ureinwohner, welche frische Kokosnüsse zur Erfrischung verkauft – genau das richtige bei diesen Temperaturen. Ein wenig später komme ich am ersten Strand an, an dem Baden erlaubt ist. Wegen der sehr starken Strömung ist das Schwimmen nämlich nur auf einigen ausgewählten Stränden gestattet.

    Der Strand la piscina

    Obwohl der Strand und das Meer voll mit Pflanzenresten sind entscheide ich mich für eine kurze Abkühlung im Wasser. Danach mach ich mich auf zum wohl schönsten Strand im Park am Cabo San Juan. Hier findet man gleich zwei Buchten, die zum Schwimmen einladen. Ich suche mir einen Platz am Strand und geh erstmal Baden.

    Cabo San Juan

    Hier am Cabo San Juan gibt es neben einem Campingplatz auch ein Restaurant – ideal fürs Mittagessen. Wer möchte kann auch in einer Hängematte auf einem Felsen des Kaps übernachten. Und von hier aus hat man auch die Möglichkeit mit dem Boot zurück nach Santa Marta zu kommen.

    Die Hängematten über dem Cabo San Juan

    Nach dem Mittagessen kommt meine Schnorchelausrüstung zum Einsatz. Und tatsächlich gibt es hier eine Menge an bunten Fischen zu sehen.

    Um mehr Zeit am Strand zu haben und mir die zwei Stunden Fußweg zurück zum Bus zu ersparen, entscheide ich mich dazu, mit dem Boot zurück nach Santa Marta zu fahren. Das Meer ist heute sehr ruhig, trotzdem ist die Fahrt eine sehr nasse Angelegenheit. Immer wieder sprüht es einem das Wasser ins Gesicht, gut das alle Schwimmwesten tragen. Schließlich komm ich wieder in meinem Hostel an, jetzt heißt es Sachen trocknen. Morgen geht’s nämlich weiter zum nächsten Halt meiner Reise.