Die kaiserliche Schatzkammer

Möchte man in Wien ein Museum besuchen steht man vor der Qual der Wahl. Im und rund ums Museumsquartier gibt es eine schier unendliche Auswahl von Museen zu den unterschiedlichsten Themengebieten. Da wären einerseits die beiden „Zwillinge“ – das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum, oder, wenn man es etwas kitschiger mag, das Sissi-Museum. Ein Museum, dass dann doch heraussticht ist die kaiserliche Schatzkammer. Hier findet man einzigartige Unikate, die es sonst nirgendwo auf der Welt zu sehen gibt.

Ein Porträt von Kaiser Franz I.

Die kaiserliche Schatzkammer befindet sich in der Hofburg, wo auch der österreichische Bundespräsident seine Wirkungsstätte hat. Über viele Jahrhunderte war hier aber der Sitz der österreichischen Kaiserfamilie. Die Schätze aus dieser Zeit werden in der Schatzkammer ausgestellt, welche im ältesten Teil der Hofburg beheimatet ist. Dementsprechend massiv und beeindruckend sind die Mauern, welche die Schätze schützen.

Die Insignien des österreichischen Kaisertums

Die Ausstellung ist in zwei Bereiche geteilt. Einerseits in die weltliche Schatzkammer sowie in die geistliche Schatzkammer. Der Rundgang beginnt im weltlichen Bereich wo man bald schon auf einen der Höhepunkte trifft. Die Insignien des österreichischen Kaisers – Krone, Szepter und Reichsapfel – nehmen das Zentrum des Raumes ein. Daneben findet man die prunkvolle Robe des Kaisers inklusive eines zeremoniellen Schwertes. Atemberaubend muten die feinen Goldarbeiten an der auf 1602 datierten Krone an.

Die Robe des Kaisers

Im nächsten Raum wartet eine Sammlung von bunten Wappenröcken. Diese wurde von den Herolden getragen, welche im Mittelalter die Aufgaben von Boten und Diplomaten inne hatten. Weitere Highlights sind eine Achatschale aus dem 4. Jahrhundert sowie das Horn eines Einhorns, bei dem es sich in Wirklichkeit um den Zahn eines Narwales handelt. Dazwischen gibt es jede Menge Schmuckstücke aus dem Besitz der Kaiserfamilie.

Das Ainkhürn, in Wirklichkeit der Zahn eines Narwales

Weiter geht es mit einem Abstecher in die geistliche Schatzkammer, welche mit christlichen Antiquitäten aus der Barockzeit gefüllt ist. Schließlich erreichen wir die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches, wo einige der ältesten Teile der Ausstellung zu finden sind. Allen voran die Reichskrone, welche auf das 10 Jahrhundert datiert wurde und somit rund 1000 Jahre alt ist.

Die Krone des Heiligen Römischen Reiches

Neben Krone findet man unter anderem noch den Reichsapfel, das Reichskreuz, den Krönungsmantel sowie die Heilige Lanze. Diese Reliquie soll jene Lanze sein, mit welcher der Tod Jesus Christus überprüft wurde. In ihr eingebettet befindet sich ein Nagel, welcher vom Kreuz Jesu stammen soll. Über Jahrhunderte wurden diese Stücke in Nürnberg aufbewahrt, ehe sie im Jahr 1800 aus Angst vor Napoleon nach Wien gebracht wurden.

Heilige Lanze, Reichskreuz und ein Stück vom Kreuz Jesu

Am Ende des Rundgangs, nach etwa 90 Minuten, kommen wir beim Burgunderschatz sowie den Objekten, welche dem Orden vom goldenen Vlies zugerechnet werden, an. Nach so vielen Schätzen aus Gold und Edelsteinen ist es Zeit für einen Ausflug in den kulinarischen Himmel. Mehr dazu beim nächsten Mal!

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