Das Castillo San Felipe de Barajas

Die Stadtmauern in der Altstadt von Cartagena sind nicht die einzigen Verteidigungsanlagen der Stadt. Auf einem Hügel gleich neben dem Zentrum wurde im Jahr 1536 damit begonnen eine Festung zu errichten. Heute ist das Castillo San Felipe de Barajas ein wahres Bollwerk und eine der Hauptattraktionenen der Stadt. So, wie auch viele der Urlauber die Cartagena mit einer Kreuzfahrt besuchen, habe ich mir die Burg näher angeschaut.

Auf den gigantischen Mauern weht eine riesige Flagge

Die Festung wurde errichtet, um die über Cartagena nach Spanien verschifften Reichtümer zu schützen. Neben Piraten und Freibeutern war es vor allem die englische Krone, die dem spanischen Imperium seine Kolonien streitig machen wollte. Die Spannung entlud sich im Jahr 1741 mit dem Angriff einer britischen Armada. Nachdem zwei vorherige Angriffe fehlgeschlagen waren, wurde ein Großangriff mit 124 Schiffen und rund 30.000 Soldaten gestartet.

Natürlich dürfen in der Festung Kanonen nicht fehlen

Der britischen Streitmacht standen nur sechs Schiffe und zwischen 4000 und 6000 Verteidiger gegenüber. Zuerst schien es auch, als würden die Briten als klarer Sieger aus dem Gefecht hervorgehen. Die Spanier, unter dem Kommando von Admiral Blas de Lezo zogen ihre letzten Streitkräfte in der Festung San Felipe de Barajas zusammen. Die Briten versuchten die Festung zu stürmen, allerdings ohne Erfolg.

Im inneren der Mauern gibt es ein Labyrinth aus niedrigen Tunneln mit zahlreichen Sackgassen

Dann kam den Spaniern auch das Wetter zur Hilfe. Der Beginn der Regenzeit verhinderte das Vorrücken der Briten mit schwerem Gerät, gleichzeitig breiteten sich in deren Lager Tropenkrankheiten wie Gelbfieber aus. Nach dem Verlust von 18.000 Soldaten blieb den Briten nur der Rückzug. Das war doppelt blamabel, da nach den ersten Erfolgen bereits ein Botschafter zurück nach Großbritannien entsandt wurde, um von der erfolgreichen Eroberung Cartagenas zu berichten.

Von der Festung aus kann die ganze Stadt überblickt werden

Die Niederlage der Briten hatte auch Auswirkungen auf Österreich. Der britische König, der zuvor als Mediator zwischen Österreich und Preußen aufgetreten war, zog sich aus dieser Rolle zurück. Dies führte dazu, das sich Frankreich und Spanien im österreichischen Erbfolgekrieg mit Preußen verbündeten.

Das Innere der Festung

Der spanische Kommandant Blas de Lezo gilt noch heute als einer der größten Kriegshelden Spaniens. Seine Statue findet man direkt vor der Festung. Als Seemann seit frühester Jugend verlor er in diversen Gefechten erst sein linkes Bein durch eine Kanonenkugel. Später verlor er auch sein linkes Auge sowie die Bewegungsfreiheit in seinem rechten Arm. Das er trotz dieser Einschränkungen weiterhin seinen Dienst tat brachte ihm große Bewunderung bei seinen Truppen.

Blas de Lezo

Unterm Strich ist das Castillo San Felipe de Barajas ein beeindruckendes Bauwerk. Überall am Gelände gibt es Infotafeln, ein Tourguide ist also nicht unbedingt notwendig. Auch das Tunnel-Labyrinth ist so abgesperrt, das man sich nicht verirren kann. Insgesamt ein interessanter Zeitvertreib für einen Vormittag.

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