Die Ocaso Kaffeefarm

Für meinen ersten Ausflug aus Salento hinaus entscheide ich mich die Ocaso Kaffeefarm zu besuchen. Diese liegt rund 5 Kilometer außerhalb des Ortszentrums und bietet Touren, die einen Einblick in die Welt des Kaffees liefern. Am Hauptplatz von Salento fahren rechtzeitig vor Beginn jeder Tour Willys ab, die einen danach auch wieder retour nach bringen.

Die Tour startet mit einer reifen Kaffeekirsche. Bevor die Kaffeebohnen, so wie wir sie kennen, genussfertig sind braucht es etliche Schritte. Eine Kirsche enthält in der Regel zwei Bohnen, hin und wieder enthält sie aber auch nur eine Bohne, die dafür besonders stark ist. Die Bohne ist noch in einer Schicht aus süßem Fruchtfleisch sowie der Pergamenthaut verpackt.

Kaffeekirsche mit zwei Bohnen

Wir dürfen unsere Kaffeebohnen in ein sandiges Hochbeet pflanzen. In den ersten Monaten hilft der sandige Untergrund den Kaffeebohnen beim Wachsen, danach werden sie umgesetzt. Bis die Pflanze blüht vergehen drei Jahre. Dabei entwickelt sich nach und nach ein Baum, der insgesamt 21 Jahre lang Kaffee abwirft. Dazu wird er aber zweimal radikal zurückgestutzt sodass nur ein Stumpf übrig bleibt.

Hier haben wir unsere Bohnen gepflanzt

Danach geht es ans Arbeiten – wir sollen selbst einige reife Kaffeekirschen pflücken. Das passiert hier von Hand, da jeder Kaffeebaum gleichzeitig unterschiedlich reife Kaffeekirschen enthält. Aufgrund der idealen Verhältnisse hier auf rund 1600 Metern Blühen die Kaffeebäume ganzjährig. Ein geschickter Pflücker kann pro Tag über 100 Kilo Kaffeekirschen ernten.

Meine Ausbeute

Am Ende bleiben von jedem Kilo Kaffeekirschen rund 100 Gramm fertige Bohnen. Um die Kirschen zu verarbeiten gibt es mehrere Optionen. Man kann sie als ganzes vergären lassen, was die Intensität steigert oder Kirsche und Bohne trennen und nur die Bohne weiterverarbeiten. Hier wird die Bohne dann entweder mit dem übrig bleibenden Schutzfilm aus Fruchtfleisch getrocknet oder vorher gewaschen. Getrocknet wird in der Regel in Gewächshäusern, nur in der Hochsaison wird auch eine Maschine zum Trocknen eingesetzt.

Kaffeebohnen beim Trocknen im Gewächshaus

Sind die Bohnen ausreichend getrocknet kann die letzte Schale entfernt werden. Übrig bleibt die fertige, ungeröstete Kaffeebohne. Oft werden die Bohnen auch ungeröstet exportiert und erst im Zielland geröstet. Je nach Art und Ablauf des Röstvorgangs lassen sich unterschiedliche Eigenschaften des Kaffees hervorheben. Am Ende unserer Tour dürfen wir den Kaffee nun selbst verkosten.

Der Kaffee wird durch einen Stofffilter gebrüht

In Kolumbien wird fast ausschließlich Arábica Kaffee angebaut. Dieser hat einen geringeren Koffeingehalt als die Robusta-Bohne, die etwa in Brasilien vorherrscht. Brasilien und Kolumbien sind auch die Nummer eins und drei der weltweiten Kaffeeproduzenten – dazwischen liegt Vietnam. Kein Wunder also, das Kaffee in Kolumbien einen hohen Stellenwert hat. Für mich geht’s mit dem Willy zurück nach Salento – Proviant für morgen einkaufen. Was ich da unternommen habe erfahrt ihr beim nächsten Mal.

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