Guatapé und die versunkene Stadt

Für heute habe ich eine ganztägige Tour in den östlichen Teil des Departamento de Antioquía gebucht. Von Medellin aus geht es rund 80 Kilometer nach Osten zur Stadt Guatapé. Diese gilt als eine der schönsten Städte in ganz Kolumbien. Die Abfahrt ist in aller Früh am Parque el Poblado, in einem der beliebtesten Viertel von Medellín. Da es für das Frühstück im Hotel zu zeitig war freue ich mich auf unseren ersten Stopp – ein kolumbianisches Frühstück. Neben Kaffee und Rührei gibt es Arepas – kleine runde Maisfladen.

Ein Brunnen in El Peñol

Frisch gestärkt geht es weiter nach El Peñol – oder besser gesagt Neu El Peñol. Die ursprüngliche Stadt wurde nämlich in den 70ern aufgegeben um an ihrer Stelle ein Wasserkraftwerk zu errichten. Rund 4000 Menschen wurden damals umgesiedelt. Wir stoppen kurz an einem Brunnen im Zentrum des Ortes bevor es zur Hauptattraktion des Tages geht – dem Piedra de Peñol.

La piedra de Peñol

Schön von weitem kann man den riesigen Felsbrocken sehen. Knapp über 700 Stufen gilt es bis zu seinem Gipfel zu erklimmen. Das klingt viel, ist in Wirklichkeit aber in rund 20 Minuten zu schaffen. Ungefähr in der Mitte gibt es eine Aussichtsplattform, an welcher man sich kurz ausruhen kann. Hat man es bis ganz nach oben geschafft wird man mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Die vielen Seen sind alle Teil des Staubeckens des Wasserkraftwerks.

Der Rundblick von oben

Hinunter gilt es die gleiche Anzahl an Stufen zu bewältigen, auch wenn der Rückweg hinter den Stiegen des Aufstiegs liegt – es gibt ein Einbahnsystem. Am Weg nach unten bin ich froh daß wir schon sehr früh am piedra de Peñol waren, denn auf der anderen Seite stauen sich die Menschen den Fels hinauf. Wieder unten angekommen gibt’s als Belohnung ein Bier bevor es weiter ins Zentrum von Guatapé geht.

Der Aussichtsturm am Gipfel des piedra de Peñol

Eine Besonderheit in Guatapé sind die Zócalos. So werden hier die bunten Dekorationen an den Hausmauern genannt. Auch abseits davon ist Guatapé sehr farbenfroh und ein tolles Fotomotiv. Nachdem wir das Zentrum erkundet haben geht’s zum Mittagessen, es gibt traditionell Reis mit Bohnen, Kochbanane und ein Protein zur Auswahl.

Eine Straße im Zentrum, die Häuser mit Zócalos verziert

Danach haben wir etwas Zeit den Strand zu erkunden bevor wir selbst zu einer Bootsfahrt aufbrechen. Es geht zu jenem Teil des Stausees, in welchem das alte Peñol lag. Übrig ist davon nur mehr ein Haus, sowie ein Kreuz das an den ehemaligen Standort der Kirche erinnert.

Hier befand sich einst die Kirche von Peñol

Heute leben Musik- und Sportstars am Ufer des Sees, vor rund 30 Jahren hatte hier auch Pablo Escobar eine Residenz – inklusive Hubschrauberlandeplatz. Heute ist davon nur eine Ruine übrig, das Anwesen wurde bereits vor dem Tod des Drogenbarons von einer rivalisierenden Bande zerstört.

Die Überreste von Pablo Escobars Villa

Bevor es zurück nach Medellín geht legen wir noch einen Stopp bei einem Nachbau des alten Peñol ein. Auf einem Hügel wurde hier das alte Ortszentrum inklusive Kirche nachgebaut um an die Vergangenheit zu erinnern.

El viejo Peñol

Wieder in Medellín angekommen geht es für mich zurück ins Hotel. Packen steht auf dem Programm, morgen geht es in eine neue, interessante Region von Kolumbien. Mehr dazu beim nächsten Mal.

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