Comuna 13 – ein Stadtteil im Wandel

Während sich ganz Medellín in den letzten 20 Jahren stark gewandelt hat trifft das besonders auf einen Stadtteil zu – Comuna 13, auch unter dem Namen San Javier bekannt. Insgesamt 16 Bezirke – Comunas genannt – umfasst Medellin, San Javier ist dabei wohl der berüchtigste. Für viele Jahre herrschten hier kriegsähnliche Zustände, ausgelöst durch rivalisierende Drogenbanden. Heute zieht der Stadtteil jedes Jahr hunderttausende Touristen an. Um zu sehen wieso das so ist habe ich eine Tour in die Comuna 13 gebucht.

Comuna 13 von der Mittelstation der Gondel

Die Tour startet ganz in der Nähe meines Hotels an einer U-Bahn Station. Mit dieser geht’s rund 10 Stationen zur Talstation der Gondel. Ähnlich wie in La Paz gibt es auch hier in Medellín Gondelbahnen um rasch auf die Hügel der äußeren Bezirke zu kommen. Hunderttausende Menschen nutzen die Gondeln täglich um zur Arbeit und wieder zurück zu pendeln. Wir steigen an der Mittelstation aus um den Überblick über Comuna 13 und ganz Medellín zu genießen.

Fast wie am Skiberg

Danach geht es wieder ins Tal – in das Zentrum von Comuna 13 geht es mit dem Bus. Die Fahrt dorthin dauert rund 10 Minuten und endet in einer bunten Straße. Gleich erkennt man, womit die Menschen hier heute ihr Geld verdienen – Tourismus. An jedem Eck gibt es Bars, Souvenirläden und Straßenkünstler.

Am Fuß von Comuna 13

Wir spazieren die Straße hinauf, vorbei an beeindruckenden Graffitis. Viele Künstler haben hier die Geschichte der Comuna verarbeitet, heute sind die Kunstwerke ein wesentlicher Grund weshalb so viele Menschen die Comuna 13 besuchen.

Eines der Graffiti

Um ganz nach oben zu kommen wurde eine Reihe von Open Air Rolltreppen installiert. Knapp 350 Meter Rolltreppe gibt es um den Hügel binnen kürzester Zeit zu erklimmen. Oben gibt es mehr Bars und Straßenhändler, aber auch einen spektakulären Ausblick. Wir machen eine kurze Pause und genießen diesen bei einem Bier.

Ausblick von oben

Was positiv auffällt – während überall sonst in Südamerika Kinder unterwegs sind um Sachen zu verkaufen ist das hier verpönt. Anstatt dessen sehen wir Kinder mit einem Wasserschlauch spielen – immerhin ist es heute sehr heiß. Generell sind die Menschen sehr freundlich, man ist froh mit dem Tourismus eine Lebensgrundlage abseits von Drogen und Gewalt zu haben.

Ein Kind das arbeitet verliert mehr als es verdient

Ansonsten erinnert mich Comuna 13 stark and die Favela Santa Marta in Rio de Janeiro – allerdings gibt es hier viel bessere Infrastruktur. Unsicher fühle ich mich in keinem Moment, es ist fast unvorstellbar das hier vor 20 Jahren noch ein Bandenkrieg tobte. Nach rund zwei Stunden geht es wieder zurück zur U-Bahn, die Tour geht zu Ende. Und ich verstehe jetzt, warum Comuna 13 bei Touristen so beliebt ist – was die Gemeinschaft hier auf die Beine gestellt hat um das Drogen-Image auszumerzen ist beeindruckend.

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