Colonia del Sacramento – die älteste Stadt Uruguays

Rund 50 Kilometer nordöstlich von Buenos Aires liegt die kleine Stadt Colonia del Sacramento. Getrennt werden die beiden vom Rio de la Plata, der hier schon eine beeindruckende Breite aufweist. Bis der Fluss ins Meer mündet steigt diese auf über 200 Kilometer an – mehr als die Distanz zwischen Graz und Wien.

Daher ist es nur naheliegend Buenos Aires und Colonia mittels einer Fähre zu vereinen. Mehrmals täglich gibt es Verbindungen, die Überfahrt dauert rund 90 Minuten. Es gibt von Buenos Aires aus übrigens auch direkte Fähren zur Hauptstadt Uruguays, Montevideo. Hier dauert die Überfahrt dann rund drei Stunden. Da der Rio de la Plata zwischen den beiden Ländern auch nur rund 20 Meter tief ist, verkehren die Fähren auf extra ausgebaggerten Routen.

Der Fährhafen

Mit einem frischen PCR Test im Gepäck mach ich mich also auf den Weg zum Hafen. Der Check-in läuft ähnlich wie am Flughafen, auch die Ausreise aus Argentinien sowie die Einreise nach Uruguay werden gleich direkt vor Abfahrt erledigt. Da kommen heute einige Stempel im Reisepass dazu. Die Überfahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse, lediglich der Duty-Free Shop wird von den Passagieren regelrecht gestürmt.

In Colonia del Sacramento angekommen mach ich mich auf den Weg in die Altstadt der 1680 gegründeten Stadt. Hier fällt auch gleich der portugiesische Einfluss auf – immerhin wurde die Stadt als Außenposten von Rio de Janeiro gegründet.  Dementsprechend gibt’s am vielen Stellen Fliesen an den Wänden, so wie man es etwa auch aus Lissabon kennt.

Eine geflieste Landkarte

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die alten Befestigungsanlagen inklusive altem Stadttor. Direkt davor liegt der Fluss, wo man einige alten Herren beim Angeln beobachten kann. Auch wenn man das andere Ufer nicht sehen kann wird hier klar das es sich um kein Meer handelt. Die Luft riecht nicht nach Salz und anstelle von Meeresvögeln gibt es Tauben. Auch die Farbe des Wassers ist nicht gerade appetitlich – das hat aber nix mit Verschmutzung zu tun sondern damit, dass durch den Zusammenfluss von Rio Paraná und Rio Uruguay weiter flussaufwärts der Boden aufgewirbelt wird.

Ausblick auf den Rio de la Plata

Die beste Aussicht auf Colonia gibt es vom Leuchtturm aus, der mitten in der Altstadt steht. Direkt dahinter findet man Ausgrabungen aus der Zeit der Stadtgründung. Die Stadt hat in ihrer Geschichte oft zwischen portugiesischer und spanischer Herrschaft gewechselt, dementsprechend wurde die Unterkunft des Kommandanten sowie die Verteidigungsanlagen immer weiter ausgebaut. Erst Jahre nach der Unabhängigkeit Uruguays fand Colonia seinen endgültigen Platz.

Ausblick vom Leuchtturm aus

Obwohl ich nur einen Tag in Uruguay war sind die Unterschiede zu Argentinien augenscheinlich. Ich hab hier keinen einzigen Obdachlosen oder Bettler gesehen. Die Straßen sind sauber und vor den Zebrastreifen wird auch wirklich angehalten. Während in Argentinien Cash regiert und meine ausländischen Debitkarten gar nirgends akzeptiert werden, kann hier in Uruguay alles kontaktlos bezahlt werden. Dabei wird bei ausländischen Karten auch gleich automatisch die Umsatzsteuer abgezogen, man bekommt also direkt einen ordentlichen Rabatt. Diese Aktion soll den Tourismus ankurbeln und läuft noch bis Ende April 2022.

Bier gibt’s hier, wie auch in Argentinien, in handlichen Literflaschen

Doch es gibt auch Dinge, welche die beiden Seiten des Rio de la Plata verbinden. Da ist natürlich die Sprache. Klar sprechen beide Nationen Spanisch, doch auch die Eigenheiten in der Aussprache sind die selben. Auch die Flaggen beider Länder sehen aus als wären sie vom gleichen Artisten entworfen worden. Und dann ist da natürlich noch der Fussball. Argentinien gegen Uruguay ist nicht nur das Duell zweier ehemaliger Weltmeister, sondern auch die Begegnung die weltweit am häufigsten zwischen zwei Nationalteams ausgetragen wurde. Ganze 201 Mal standen sich die beiden Länder schon gegenüber.

Mit Einbruch der Nacht trete ich die Rückfahrt nach Buenos Aires an. Ziemlich müde aber mit jeder Menge neuen Eindrücken.

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