Petrópolis – Brasiliens imperiale Stadt

Bevor meine Reise zu Ende geht finde ich mich noch einmal in Brasilien wieder. Von Villa de Leyva aus geht es via Bogotá nach Rio de Janeiro. Und hier ganz in der Nähe, nur eine Stunde mit dem Bus entfernt, liegt eine Stadt, die viel mit Österreich verbindet. Im Jahr 1825 wurde Petrópolis von deutschsprachigen Einwanderern, vor allem aus Tirol, gegründet. Der Ort, welcher auf rund 800 Metern Seehöhe liegt, wuchs schnell und war beliebt, weshalb der brasilianische Kaiser Pedro II. die Errichtung einer Sommerresidenz in Auftrag gab.

Die Sommerresidenz, heute ein Museum

Angefangen vom Architekten Julius Friedrich Koeler wurden die Arbeiter für dieses Vorhaben im deutschsprachigen Raum angeworben. Mit im Gepäck hatten diese auch europäische Früchte und Gemüse, die hier in der Serra dos Órgãos angebaut und in Rio de Janeiro verkauft wurden. Im Jahr 1857 wurde Petrópolis zur Stadt erhoben, ab 1894 war sie sogar acht Jahre Hauptstadt des Bundesstaates Rio de Janeiro.

Viele Gebäude haben einen deutschen Stil

Heute leben über 300.000 Menschen in Petrópolis, dabei gilt die Stadt als eine der sichersten in ganz Brasilien. Die Sommerresidenz des Kaisers ist mittlerweile ein Museum, welches dem imperialen Brasilien gewidmet ist. Dessen erster Kaiser Peter, der 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens vom Königreich Portugal ausrief, war mit Maria Leopoldine von Österreich, einer Tochter von Kaiser Franz I., verheiratet. Der Sohn der beiden, Pedro II. war zugleich auch schon der letzte Kaiser Brasiliens, im Jahr 1889 wurde die Monarchie gestürzt und durch eine Republik ersetzt.

Im historischen Zentrum findet man neben der Kathedrale jede Menge prunkvolle Villen

Doch auch an anderer Stelle zeigt sich der Einfluss mitteleuropäischer Kultur. So wurde in Petrópolis die erste Brauerei Brasiliens gegründet – die Cervejaria Bohemia. Heute kann man an derem Gelände eine Brauereiführung inklusive Verkostung unternehmen. Zudem findet jährlich ein Oktoberfest statt – allerdings im Juni, dem Herbst auf der Südhalbkugel.

Ein Mosaik in der Brauerei

Wenn man in Rio de Janeiro ist, lohnt sich ein Ausflug nach Petrópolis also auf jeden Fall. Auch um der Hitze zu entfliehen. Wobei aktuell hier auf der Südhalbkugel ja der Winter begonnen hat, weshalb es für mich zurück nach Europa heißt. Mehr über meine Rückreise nach Österreich erfahrt ihr beim nächsten Mal.

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